Interviews

Interview mit Maria Ma von Ganzherzig

November 3, 2014

Ein erfülltes, gesundes und glückliches Leben bedeutet für jeden von uns etwas anderes. Jeder führt seinen einzigartigen Lifestyle. Seine/Ihre Liebe zum Leben. Die Kraft, das Höchste in seinem/ihrem Leben zu verwirklichen. Es sind oft – sehr oft die kleinen Dinge und Rituale, die unserem Leben diesen Zauber verleihen können.

Maria Ma betreibt den Blog Ganzherzig und schreibt über Hinduismus, Mantren, vegane Ernährung u.v.m. Ich habe sie interviewt und spannende, inspirierende Antworten erhalten.

ENJOY!

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Hier das Interview mit Maria Ma: 

Hi Maria Ma, die Welt aus deinen Augen betrachtet. Deine Sichtweise. Dein Weg. Wie würdest du das beschreiben?

Ich glaube daran, dass wir Menschen tief in unserem Inneren anerkannt und geliebt werden möchten. Dieses Bedürfnis ist der Motor für unser Handeln in der Welt. Meine persönliche Liebe finde ich in meiner spirituellen Praxis und der daraus entstehenden Dankbarkeit für die Dinge im Leben, die ich sonst als selbstverständlich und nicht mehr als Segnung betrachten würde.

Mein eigener Weg war an vielen Strecken immer wieder steinig und erforderte von mir früh selbstständig zu werden, um mein Leben und Glück in die eigene Hand zu nehmen. Die Themen Versöhnung und Selbstliebe waren und sind für mich universelle Heilmittel ohne die ein harmonisches Leben mit sich selbst und der Umwelt nicht möglich sind.

Außerdem gehört für mich noch zu einem happy Lifestyle: Genuss, Herzensmenschen, die richtige Musik und immer wieder laut und herzhaft zu lachen.

Dein Blog Ganzherzig beschäftigt sich mit den Themen „Yoga, Positives Denken, Spiritualität, vegane Ernährung und Nachhaltigkeit“. Wie kam es dazu?

Als ich von 2010 bis 2011 ein Jahr in Indien war, habe ich meinen ersten Blog indian diaries geschrieben. Bei dem ich vor allem meine Freunde und Familie über meine Erlebnisse vor Ort auf dem Laufenden halten wollte. Ich habe damals 11 Monate lang als Freiwillige in einem Rehabilitationszentrum für Straßenjungs gearbeitet und habe mich parallel dazu in Reiki ausbilden lassen. Das Zurückkommen nach Deutschland war im Endeffekt heftiger als das Ankommen in Indien. Dies lag daran, dass sich in meinem Inneren durch den intensiven Kontakt mit der indischen Kultur und der Spiritualität einige Dinge entscheidend verändert hatten. Also startete ich im Jahr 2013 meinen Blog ganzherzig, der für mich auch die Möglichkeit bot, diese Erfahrungen zu verarbeiten und mich neu auszurichten. Die meisten Themen über die ich blogge, beschäftigen mich schon seit vielen Jahren und waren der Antrieb ein Jahr in Indien zu verbringen. Zu der veganen Ernährung habe ich aber erst im Jahr 2013 gefunden.

Du hast ein Jahr in Südindien gelebt und die hinduistischen Traditionen, Mythen und Rituale kennenlernen dürfen. Was hat sich seitdem in deinem Leben verändert?

So einiges! Schon vor meinem einjährigen Indienaufenthalt fühlte ich mich im Konzept des Yoga beheimatet und von dem mystischen Klang der Mantras angezogen. Ich hatte aber nur wenig Bezug zu der hinduistischen Mythologie. Als es mir ein paar Wochen lang in Chennai emotional richtig schlecht ging, weil ich mich einsam und unglücklich fühlte, nahm mich mein Nachbar Ashok mit in den nur 5 Fußminuten entfernten Murugan Tempel. Ich muss dazu sagen, dass ich in der sechstgrößten Stadt Indiens lebte, die sehr konservativ ist und in der ich monatelang außer meiner Mitbewohnerinnen nie irgendwelche Westler gesehen habe.

Ashok erklärte mir in einer ergreifenden Ruhe alle Gottheiten und die Reihenfolge der Verehrung. Danach meditierten wir gemeinsam auf dem Tempelboden. Nach langer Zeit fühlte ich mich trotz des indischen Großstadtlärms wieder innerlich vollständig und auf besondere Weise getragen. Nach diesem Erlebnis hatte der Tempel eine magnetische Wirkung auf mich und ich kam über 4 Monate jeden Abend wieder und nahm an unterschiedlichen Ritualen/ Pujas teil. Die Rituale, bei denen Blumen, Früchte und andere Dinge geopfert wurden, waren sehr sinnlich und rührten mich sehr oft zu Tränen. Ich merkte schnell, dass nicht die Murtis/ die Darstellung der Gottheiten an sich verehrt wurden, sondern eine subtile Kraft, die sich während der Zeremonien offenbarte und sich dann in meinem Inneren widerspiegelte. Es zeigte mir deutlich, dass es möglich ist göttliche Qualitäten immer wieder in unser eigenes Leben einzuladen und in uns selbst und anderen Menschen zu sehen.

Seit dieser Zeit fühle ich mich sehr zu der hinduistischen Mythologie angezogen. Allerdings ist die Spiritualität, die ich praktiziere frei von Dogma und Konfession. Auch wenn ich schon oft gefragt wurde, ob ich Hindu bin. Ich habe in den Ritualen und den Mantras nur für mich selbst einen guten Weg gefunden mein Leben und meinen Geist mit positiver Energie aufzuladen und mich mit der universellen Energie zu verbinden. Ich denke aber, dass jede Seele etwas anderes braucht und es viele andere Wege gibt sich mit dem Göttlichen zu connecten.IMG_05812

Welche hinduistischen/indischen Alltagsrituale können wir denn in unser Leben einbauen, um mehr Tiefe, Weite oder auch innere und äußere Freiheit zu erlangen?

Wenn du einen inneren Zugang zu der hinduistischen Mythologie hast, kannst du schauen, welcher Aspekt ist es, der dich gerade anzieht? Vielleicht ist es das Mantra “OM” oder du fühlst dich zu einem anderen hingezogen? Du kannst das Mantra bei der Meditation mit jeder Ein- und Ausatmung verbinden und beobachten, was es für eine Wirkung auf dich hat. Es gibt sehr viel wunderschöne Mantramusik, die du begleitend zu deiner Meditation oder aber auch über den Tag verteilt hören kannst. Vielleicht fühlst du dich zu einer bestimmten Gottheit angezogen. Dann kannst du schauen, für welchen Aspekt steht diese Gottheit und in was für einer Lebenssituation befindest du dich gerade. In Transformationsprozessen begegnet uns erst Shiva dann Nataraja, der den ausdrucksvollen Tanz der Veränderung tanzt. Bei Neuanfängen hilft uns Ganesha, dass alles glatt läuft und segnet unser Vorhaben. Die Darstellungen stecken voller Symbolik, die dir helfen können deine eigenen Prozesse besser nachzuvollziehen und auf einer tieferen Ebene zu verstehen.

Wenn du einen Yogi-Altar zuhause hast, kannst du jeden Tag vor deiner Meditation ein Räucherstäbchen anzünden und drei Mal im Uhrzeigersinn vor einem Bildnis, welches dich inspiriert kreisen lassen. Dies schafft ein Gefühl von Hingabe und Verbundenheit und bereitet deinen Geist auf sanfte Weise auf die Meditation vor.

Gibt es etwas, was dir in der spirituellen Szene so richtig auf die Nerven geht?

Ich differenziere ehrlich gesagt nicht zwischen spirituellen und nicht spirituellen Menschen. Wo Menschen zusammen kommen, kann man sich auch mal auf die Nerven gehen. Das ist doch völlig normal. Wovon ich aber Abstand nehme, ist, wenn ich merke, dass zu sehr in Klischees und Schubladen gedacht wird und sich Leute zu viel über andere aufregen und ihren Weg bewerten. Das finde ich einfach nur anstrengend.

Besonders hingezogen fühle ich mich hingegen zu authentischen Menschen, die verstanden haben, dass jedes aufregen unsere eigene Schattenanteile widerspiegelt und dies als Anlass nehmen sich selbst weiterzuentwickeln. Anstatt mit erhobenen Zeigefinger immer wieder die Unzulänglichkeiten des Anderen zu betonen.

Wer oder was inspiriert dich am meisten?

Mich inspiriert alles! Menschen, die Natur, ein Artikel, den ich lese, oder ein You-Tube-Video, dass ich mir anschaue. Außerdem liebe ich gute Musik! Ich brauche einen Soundtrack für jede Lebenslage, in dem ich mich wiederfinden kann und der mich inspiriert. Und damit meine ich nicht nur Mantramusik, sondern Hip Hop, Swing und alles andere was mein Herz zu der Zeit in Wallung bringt.

Was gehört in jedem Fall auf deinen Altar?

Räucherstäbchen, Teelichter und Dinge, die mich inspirieren und gerade wichtig sind. Das heißt aber nicht, dass dies must-haves für einen Altar sind. Den dieser ist schließlich so individuell, wie wir Menschen auch und entsteht aus den inneren Neigungen und Interessen des Einzelnen.

Ich danke dir für das inspirierende Interview!

Hier findest du Maria’s Blog: Ganzherzig

Genieße deinen Tag
Dennis

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